Portraits und Interviews mit ehemaligen Verschickungskindern auf dem Kongress der Initiative Verschickungskinder e.V., Borkum 2021.
Von 1945 bis in die 1980er Jahre wurden kränkliche Kinder in der BRD und der DDR „verschickt“. In der BRD erlebte die Kinderverschickung einen Massenboom. Die Kinder wurden aus den Familien genommen und in weit entfernte Kinderheilstätten oder sogenannte Kurheime, oftmals in den Bergen oder auf Nordseeinseln geschickt. In diesen Heimen geschahen grausame Misshandlungen. Viele der ehemaligen Verschickungskinder leiden an posttraumatischen Belastungssyndrom. Die ehemaligen Verschickungskinder fordern eine Aufarbeitung der institutionellen Gewalt in diesen Einrichtungen, eine Anerkennung ihres Leids.
Ich selbst war ein krankes Kind und wurde in den 80ern von meinen Kinderärzten in sogenannte „Kuren“ verschickt. 2021 beschloss ich, mich dem Thema zu stellen und besuchte den Kongress der Selbsthilfegruppe der Initiative Verschickungskinder e.V. um Portraits und Interviews mit Ihnen zu machen. Die Fotoarbeit wurde gefördert mit einem Stipendium der Akademie der Künste im Rahmen des Programms Neustart Kultur.
Angestoßen durch die unermüdliche Arbeit des Vereins gibt es inzwischen wissenschaftliche Forschung über die Verschickungen.
Unterstützt die Petition der Verschickungkinder auf change.org!
Weitere Informationen:
Detlef Lichtrauter, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Silke Kohne Jung, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Thomas Lehne, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Hans – Lothar Wißkirchen, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Dr. Ines Gniosdorsch, Borkum 2021,digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Regina Konstantinidis, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Engelbert Tacke, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Birgit Lübben, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Beatrix Hötger, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Renate Götze, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Ute Herzog, Borkum 2021, digital, 30×20 cm, 2+1 (EA)
Das Buch „Kinderheime und Kinderheilstätten“ von Sepp Folberth, BRD 1956, war der Leitfaden für diese Einrichtungen. Der Autor empfiehlt ausdrücklich: Keine Verabschiedungen der Eltern von ihren Kindern zu ermöglichen, und keine Besuche, angeblich um Heimweh zu vermeiden. Er plädiert für ein striktes Besuchsverbot für Eltern, selbst bei Säuglingen, das man auf keinen Fall lockern dürfte, nicht mal im Falle einer akuten Erkrankung. Diese sollte man den Eltern erst mitteilen, wenn sie schon wieder vorüber sei. Dazu wird empfohlen, nie unter 6 Wochen zu verschicken, bei Säuglingen sogar längere Kuren, bis zu 16 Wochen, auch wird eine strikte Briefzensur gefordert und gerechtfertigt. Desweiteren haben wir unter der Überschrift „Strafen“ 16 verschiedene Strafen gefunden, die der Prof. Hans Kleinschmidt (NS-Arzt) Leiter Kinderheilstätte Bad Dürrheim als eine „ärztliche Empfehlung“ den pädagogischen Mitarbeiter*innen der Kinderheilstätten empfiehlt.
Quelle: Verschickungsheime.de